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„Ich habe nichts gegen Fremde, aber ..."

Am 10. März 2026 war der Theater-, Sozial- und Präventionspädagoge Dirk Bayer mit seinem Stück „Ich habe nichts gegen Fremde, aber ..." am E.T.A.-Hoffmann-Gymnasium zu Gast. Die Veranstaltung wurde vom Elternbeirat initiiert und finanziert und richtete sich an Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen.

Gleich zu Beginn konfrontierte Bayer das Publikum mit irritierenden und bewusst provokanten Szenen: Originalaufnahmen, Musik aus der rechtsextremen Szene und historische Tonmitschnitte machten deutlich, wie aggressiv und menschenverachtend rassistische Ideologien auftreten können. Von dort aus entwickelte sich ein eindringliches Theaterstück, das verschiedene Formen von Rassismus, Vorurteilen und populistischen Parolen thematisierte.

In wechselnden Rollen zeigte Bayer typische Argumentationsmuster und Denkweisen: scheinbar harmlose Alltagsaussagen über „die Fremden", Verschwörungstheorien und populistische Parolen bis hin zu offen rassistischen Zuschreibungen. Immer wieder wurde deutlich, wie schnell Vorurteile entstehen und wie leicht sich Menschen durch einfache Erklärungen oder gezielte Manipulation beeinflussen lassen. Auch historische Bezüge zum Nationalsozialismus sowie die Mechanismen von Propaganda, Täter-Opfer-Umkehr und Ausgrenzung wurden aufgegriffen und in Beziehung zu aktuellen gesellschaftlichen Debatten gesetzt.

Das Stück arbeitete bewusst mit Übertreibung, provokanter Sprache und überraschenden Perspektivwechseln, um die Zuschauerinnen und Zuschauer zum Nachdenken zu bringen. Ziel war es, typische rhetorische Strategien rechtsextremer und populistischer Ideologien sichtbar zu machen und kritisch zu hinterfragen.

Im Anschluss an die Aufführung entwickelte sich eine intensive Gesprächsrunde mit den Schülerinnen und Schülern. Viele beteiligten sich mit Fragen, Gedanken und persönlichen Eindrücken. Dabei ging es nicht nur um das Stück selbst, sondern auch um Themen wie Vorurteile im Alltag, gesellschaftliche Verantwortung sowie um Sorgen und Unsicherheiten, die junge Menschen im Umgang mit politischen Extrempositionen beschäftigen.

Die Veranstaltung bot damit nicht nur eine eindrucksvolle Theatererfahrung, sondern auch einen wichtigen Raum für Reflexion und Diskussion – ein Anliegen, das dem Elternbeirat bei der Organisation dieses besonderen Projekts besonders wichtig war.

Eingebettet war die Veranstaltung als UNESCO-Projekt gegen Rassismus in die Tage der Alltagskompetenzen aller 8. Klassen.

DirkBayer 1

DirkBayer 2