„Antike und Religion: ein Dialog über Kult und Frömmigkeit einst und heute“ – Diese ganz besondere Fortbildung wurde dieses Jahr wieder vom Institut für Lehrerfortbildung in Gars am Inn vor Ort in Pompeji in Italien angeboten. Groß war dann die Freude, als die Zusage kam und klar war, dass wir dabei waren. Unter der wissenschaftlichen Begleitung von Frau StDin a.D. Renate Markoff wurden die Tage am Fuße des Vesuvs zu einer bereichernden Fortbildung, die durch ihre fächerübergreifende Ausrichtung höchst interessant war. Am ersten Tag ging es dann auch medias in res: Die Erkundung der Scavi von Pompeji unter der Leitung von Frau Markoff und Dott.ssa Chiara Vicario gab viele neue Einblicke in die Ausgrabungstätigkeit der Welterbestätte. Auf einem begehbaren Gerüst konnte man den Archäologen quasi über die Schultern blicken, und was noch Wochen zuvor unter der Erde begraben war, kam in der Insula dei Casti Amanti in der Regio IX zum ersten Mal nach fast zwei Jahrtausenden zum Vorschein. Aber es durften auch die bekannten Häuser nicht fehlen: Die Villa der Giulia Felice, das Haus der Vettier, das Forum, die Thermen und vieles mehr. Bei all der Faszination über die antike Stätte war aber doch auch die meiste Zeit das unangenehme Gefühl Begleiter, dass wir es nur einem großen Unglück aus dem Jahre 79 n. Chr. zu verdanken haben, dass wir hier gleichsam eine Zeitreise in die Antike vollbringen können. Ein nächster Programmpunkt war Positano. Dort besuchten wir eine Villa Romana, die erst vor wenigen Jahren direkt unter der Basilika Santa Maria Assunta ausgegraben wurde. Dazwischen befand sich ein weiteres Stockwerk, in dem die Mumifizierung von Mönchen in langen Reihen auf Sitzen wie Thronsesseln stattfand. Diese Behandlung von Leichnamen war eine Besonderheit in Süditalien, die auch in Neapel praktiziert wurde. Dies begegnete uns dort in den Catacome di San Severo unter dem Dom San Gennaro wieder. In einer Englisch-sprachigen Führung durch die Coop. La Paranza im Viertel Sanitá erhielt die Gruppe viele Informationen über Theologie, Landeskunde und Archäologie des Viertels. Ein Höhepunkt des Tages in Neapel war das MANN, das Museo Archeologico Nazionale di Napoli. Ob Statuen, Fresken, Mosaike oder Sarkophage, gefühlt war beinahe jedes Bild aus dem Lateinbuch in diesem Gebäude zu finden. Viele weitere Eindrücke u.a. in der Villa di Poppaea in Oplontis, in der Villa dei Misteri in den Scavi, bei einem Besuch der Imbissstube „Caupona“, im neuen Museum von Stabiae, in dem die Fundstücke v.a. aus den großen Villen am Golf von Neapel hervorragend in Szene gesetzt sind, in der Kirche Santa Maria Maggiore mit frühchristlichem Bapisterium in Nocera, im Dom „San Matteo“ in Salerno mit dem Grab des Evangelisten Matthäus und auch im Santuario della Beata Virgine del Rosario im neuen Pompei waren nach den Tagen am Golf von Neapel mit im Gepäck, festgehalten in vielen Geschichten und auf fast 1000 Bildern, die nun den Lateinunterricht am E.T.A. bereichern. Daneben bleibt der feste Vorsatz, die Welterbe-Stätten Neapel, Pompeji und Amalfitana in Zukunft auch den Schülerinnen und Schülern des E.T.A.s in einem P-Seminar oder eine Schülerfahrt zeigen zu können. Und wer weiß, vielleicht trifft man dort vielleicht sogar den ersten deutschen Direktor der Ausgrabungsstätte in Pompei, Gabriel Zuchtriegel.
Bericht und Bilder: Ulrike Herold



